Making of tx-reverse 360°
tx-mirror
tx-reverse 360°
tx-mirror

tx-transform (1999) by Martin Reinhart and Virgil Widrich

Media & Installation

Space time cut through cinema

Installation/ VR/ expanded cinem/ workshop & lecture von Martin Reinhart & Virgil Widrich
Land: Österreich/Deutschland
EPK

Was steckt hinter der Kinoleinwand?
In einer noch nie dagewesenen Weise zeigt "tx-reverse" die Kollision von Realität und Kino und zieht seine Betrachter in einen Strudel, in dem die vertraute Ordnung von Raum und Zeit aufgehoben zu sein scheint. tx-reverse kann man als VR, screening in der Kuppel oder cube und als Installation erleben. Außerdem besteht die Möglichkeit im workshop und der lecture von Martin Reinhart und Virgil Widrich näheres zum Verfahren und der Technologie zu erfahren.

tx-reverse 360° VR & DOM
Eine Installation, aufgenommen in 10K Auflösung und 360° mit 135 Teilnehmern im Babylon Berlin, die Zeit und Raum umkehrt. tx-reverse 360° kann als 2D Version auf einer Kinoleinwand, als VR auf Oculus Go/ Samsung (u.a.) oder in Form von expanded cinema in einer Kupel oder cube erlebt werden. 

tx-mirror (Installation)
Die Echtzeit-Installation "tx-mirror" ist ein magischer Spiegel mit einer Kamera: Man kann sich selbst betrachten und die Gesetze eines Universums erforschen, in dem Zeit und Raum vertauscht sind. Die linke Seite zeigt die Ereignisse vor der Kamera etwa 20 Sekunden früher als die rechte Seite, wobei der Übergang vollständig kontinuierlich ist. Die Installation ist auch eine Hommage an den polnischen Videokünstler Zbigniew Rybczynski, dessen Film "The Fourth Dimension" eine ganze Generation von Künstler/innen inspiriert hat.

tx-yourself Workshop
Erläuterung der wichtigsten Techniken, die bei der Aufnahme von tx-Transformationen zu beachten sind: statische Kamera, bewegte Kamera, Rotation der aufgenommenen Objekte. Produktion verschiedener gemeinsamer Filmaufnahmen mit den TeilnehmerInnen des Workshops. Transformation des Materials und gemeinsame Sichtung des Endergebnisses. Alle TeilnehmerInnen erhalten einen Link, mit dem sie das Filmmaterial selbst herunterladen können.
Die Ausrüstung (Kamera, Bewegungssteuerung, Software und Computer) wird vom Vortragenden gestellt.

Time bending media Lecture
Ein klassischer Ansatz der Medientheorie ist es, die visuellen Experimente der Avantgarde als Fortsetzung der physiologischen Forschung des 19. Jahrhunderts darzustellen. Diese Herleitung – und in weiterer Folge die dadurch entstandenen Auslassungen – basiert auf der mechanistischen Idee eines autonomen »Wahrnehmungs-Apparates«, der selbst wiederum durch andere Apparate bzw. die »Medien« stimuliert oder irritiert werden soll. Was dabei aber oft vernachlässigt wird, ist, dass es eine objektiv-technische Wahrnehmung in dieser Form bei uns Menschen nicht gibt und wir problemlos auch Informationen verarbeiten können, die nicht unserer »natürlichen« Wahrnehmung entsprechen – seien sie z.B. paradoxer oder symbolischer Art. Anhand der inzwischen schon 20 Jahre alten Filmtechnik »tx-transform« und ihren technischen und künstlerischen Vorläufern lässt sich sehr gut darstellen, wo die Grenzen dieser gängigen Argumentation liegen und wie nebenbei eine alternative Geschichte der Medien skizzieren, die auf anthropomorphe Herleitungen und Metapher verzichtet. So wird der Weg frei zu einer Betrachtung, in der viel schlüssiger auch die vermeintlich modernen, nicht-photographischen Bildmedien integriert werden können. Der Zauber des analogen Films, der auch heute noch in seiner magischen Überführung des gefrorenen Einzelbildes in die lebendige Bewegung liegt, wird so als technisch-physiologischer Sonderfall verständlich, der sich nicht ohne weiteres auf die anderen visuellen Medien übertragen lässt.

Über die Theorie & Technologie
Martin Reinhart erfand bereits in den 90er Jahren eine Filmtechnik namens "tx-transform", die in einem Film Zeit (t) und Raumachse (x) vertauscht: Normalerweise repräsentiert jeder einzelne Filmrahmen den gesamten Raum, aber nur einen kurzen Moment der Zeit (1/24 Sekunde). Bei tx-transformierten Filmen ist jedoch das Gegenteil der Fall: Jedes Filmbild zeigt die gesamte Zeit, aber nur einen winzigen Teil des Raumes - in Schnitten entlang der horizontalen Raumachse wird der linke Teil des Bildes so zum "Vorher", der rechte Teil zum "Nachher".